Kennst du das Gefühl, dass du völlig ausgelaugt bist, obwohl du gar nicht genau sagen kannst, warum? Dass du in Gesprächen Energie verlierst, dich nach einem Treffen erschöpft fühlst oder in bestimmten Situationen ein inneren Druck entsteht, den du nicht richtig greifen kannst?
Vielleicht liegt es daran, dass deine Grenzen nicht klar sind.
Viele Menschen verwechseln Grenzen setzen mit Abgrenzung. Sie glauben, Grenzen bedeuten, sich zurückzuziehn, andere wegzustossen oder sich weniger einzulassen. Doch das ist ein Missverständnis.
Grenzen sind keine Mauern - sie sind innere Klarheit.

Warum sind Grenzen keine Mauern?
Eine Grenze bedeutet nicht, dass du Menschen aus deinem Leben ausschliesst. Sie bedeutet, dass du bewusst entscheidest, was du in dein Leben lässt und was nicht.
Du kannst offen und emphatisch sein - und trotzdem für dich sorgen.
Du kannst zuhören, ohne mitzuleiden
Du kannst präsent sein, ohne die Lasten anderer zu tragen.
Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern Selbstfürsorge. Denn wenn du dich selbst nicht schützt, wirst du irgendwann erschöpft, gereizt oder sogar krank.
Wie kannst du erkennen, dass dir Grenzen fehlen?
Seelische Erschöpfung ist oft ein Zeichen dafür, dass du deine Grenzen nicht bewusst wahrnimmst oder sie nicht klar setzt. Vielleicht merkst du das an folgenden Anzeichen:
Du fühlst dich nach Gesprächen mit bestimmten Menschen ausgelaugt.
Du hast das Gefühl, immer für andere da sein zu müssen.
Du spürst Schuldgefühle, wenn du "Nein" sagst.
Du passt dich an, obwohl du innerlich Widerstand spürst.
Du fühlst dich oft überfordert, kannst es aber nicht genau benennen.
Kommen dir einige dieser Punkte bekannt vor? Dann ist es Zeit, deine Grenzen zu stärken.
Emotionale, mentale und körperliche Grenzen - wo verlierst du Energie?
Grenzen zeigen sich auf verschiedenen Ebenen. Wenn du lernen möchtest, dich selbst besser zu schützen, hilft es, diese drei Bereiche bewusst wahrzunehmen:
Emotionale Grenzen - Was gehört wirklich zu dir?
Manchmal fühlen wir die Emotionen anderer so stark, dass wir sie mit unseren eigenen verwechseln. Vielleicht übernimmst du unbewusst die Sorgen deines Partners, den Stress deiner Familie oder die Erwartungen anderer Menschen.
Frage dich: Ist dieses Gefühl wirklich meins - oder habe ich es übernommen?
Du darst mitfühlen, aber du musst nicht mitleiden. Wahre Nähe entsteht dadurch, dass du die Probleme anderer übernimmst, sondern indem du präsent bleibst, ohne dich selbst zu verlieren.
Mentale Grenzen - Der Lärm in deinen Kopf
Hast du schon einmal einen Traum oder eine Idee gahabt - und sofort tauchte eine Stimme auf, die sagte: "Das geht nicht", "Das kann ich nicht".
Diese Gedanken sind oft nicht einmal deine eigenen. Sie sind alte Prägungen, die du übernommen hast - aus der Familie, aus der Schule, aus der Gesellschaft.
Übungen: Wenn dich ein begrenzender Gedanke zurückhält, frage dich: "Wer hat mir dieen Gedanken gegeben? Ist er wirklich wahr?
Und dann entscheide: Was möchtest du stattdessen denken?
Körperliche Grenzen - Dein Raum, deine Energie
Vielleicht kennst du das Gefühl, dass dir jemand zu nahe kommt, ohne dich zu berühren - aber dein Körper reagiert trotzdem. Dein Energiefeld spürt, wenn deine Grenzen überschritten wird.
Doch oft ist es nicht der andere, der dein Feld "drückt" - sondern du selbst, wei du dir nicht erlaubst, deinen Raum einzunehmen.
Dein Raum gehört dir - und du entscheidest, wer ihn betreten darf.
Grenzen setzen heisst, dich selbst wertzuschätzen
Jedesmal wenn du eine Grenze bewusst setzt, stärkst du deine innere Klarheit. Und mit dieser Klarheit verändert sich auch dein Umfeld - denn wenn du deinen Grenzen respektierst, werden es andere auch tun.
Frage dich:
Wo spürtst du deine Grenzen?
Wo möchtet du sie vielleicht stärker wahren?
Was verändert sich, wenn du sie liebevoll und klar setzt?
Grenzen sind nichts Trennendes. Sie sind Brücken zu einem Leben in Wahrheit und Freiheit.
Und vergiss nicht: Deine Grenzen sind deine persönliche Kraft.
Comments